Fasching: vom 04.03.2019 bis einschließlich 08.03.2019 geschlossen  
 
 

        

Café Klecks in Markgröningen …

oder Kaffee-Klecks in Markgröningen

Wie ist die korrekte Schreibweise für Café, Kaffee, … ?

  Letztlich ist es uns nicht wirklich wichtig, wie man „Kaffee-Klecks“ schreibt. Die Hauptsache ist, dass    Sie sich in unserem Café in Markgröningen wohlfühlen, dass Sie bei der ein oder anderen Tasse    Kaffee, Espresso, Tee, Cappuccino, Latte Macchiato, usw. entspannen und Ihre Seele baumeln    lassen.   Genießen Sie selbstgebackene Kuchen, angenehme Gespräche , Begegnungen und denken Sie nicht    großartig über die Feinheiten jener Rechtschreibung nach, die den ein oder anderen Kaffee kalt    werden lässt.   Lassen Sie, während Ihre Blicke, möglicherweise bei einem Gläschen Wein, über den historischen    Markgröninger Marktplatz schweifen, sich vom imposanten Fachwerk des Markgröninger Rathauses    beeindrucken, aber auch von dem Fachwerk des historischen Gebäudes, in welchem sich das    Kaffee-Klecks befindet. Genießen Sie den Augenblick, den Besuch bei uns, das Leben, … und    vergessen Sie jene Überlegungen und Gedanken, wie man in Markgröningen und anderswo Cafe,    Café, Kaffee, … korrekt schreibt.   

Grübeleien

  Interessanterweise neigt man üblicherweise genau dann dazu, über spezielle Dinge nachzudenken,    wenn man gesagt oder zu lesen bekommt, dass man über eben jene speziellen Dinge nicht    nachdenken solle. Dies kann bedeuten, dass während Sie diese Zeilen lesen, Sie nun umso    intensiver über sämtliche mögliche und unmögliche Schreibweisen der Worte „Kaffee“, „Café“, usw.    zu grübeln beginnen.   Und da Sie nun schon fleißig am Herumgrübeln sind, auch wenn Sie bereits sämtliche Schreibweisen    in- und  auswendig kannten und kennen, streuen wir möglicherweise noch ein paar weitere    Gedankengänge hinzu, womit Sie sich dann augenblicklich in bester Gesellschaft berühmtester    Philosophen befinden.    

Der philosophische Kaffee

  Wenn es stimmt, was man so „hört“, dann war Immanuel Kant ein großer Kaffee-Fan, dessen    Gedanken oftmals um die nächste Tasse Kaffee kreisten, während er sehnsüchtig auf diese wartete.   Während seiner Studienzeit hatte sich Immanuel Kant, so wird gemunkelt, oftmals mit Billard- und    Kartenspielen in den Königsberger Kaffeehäusern das ein oder andere Zubrot sowie den ein oder    anderen Kaffee verdient. Durch Nachhilfestunden, die er seinen Mitkommilitonen in Philosophie    gab, erhielt er neben Barem oftmals Kaffee, von dem er niemals genug bekommen konnte.   Folgender Ausspruch wird Kant nachgesagt:   „Gott sei‘s gedankt, in der nächsten Welt wird es keinen Kaffee geben.Denn es gibt nichts Schlimmeres, als auf Kaffee zu warten, wenn er noch nicht da ist.“   Ob er sich hierbei Gedanken über die korrekte Schreibweise des Wortes „Kaffee“ gemacht hat,    wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass eines seiner Hauptwerke (Kritik der reinen Vernunft) nicht in    großem Umfang vom Kaffee handelte und möglicherweise deshalb etwas schwer zu lesen ist.   Bevor wir aber nun komplett vom Thema „Kaffee Café Cafe“ zu Immanuel Kant und in die Welt der    Philosophen abschweifen, schwenken wir mal eben mehr als tausend Jahre zurück in die    Vergangenheit, um uns der korrekten Schreibweise zu nähern.   

Die Erfindung des Kaffa

  Einer Legende nach, soll der Kaffee, so wie wir ihn heutzutage kennen, auf die im 9ten Jahrhundert    bestandene Beobachtungsgabe eines äthiopischen Hirten zurückzuführen sein. In dieser Legende,    welche interessanterweise erst im 16ten Jahrhundert entstand, heißt es, dass jenem Hirten    aufgefallen sei, dass seine Ziegenherde, im Gegensatz zu ihm, niemals müde wurde. Schließlich    entdeckte er, dass seine Ziegen ganz besonders munter herumsprangen, wenn sie kurz zuvor die    „Früchte“ einer eigenartigen Pflanze gefuttert hatten.   Dieser Hirte fand den Gedanken verständlicherweise sehr reizvoll, ebenfalls nie mehr ermüden zu    müssen und kostete ein paar „Früchte“ jener seltsamen Pflanze, von der er vermutete, dass sie den    Schlaf fernhielt.   Der Geschmack musste für ihn so schrecklich gewesen sein, dass er die „Früchte“ augenblicklich ins    Feuer warf und somit versehentlich zum ersten Kaffeeröster der Welt avancierte. Sofort breiteten    sich, während dieses ungeplanten Röstvorgangs, unwiderstehlich leckere, köstliche Düfte aus. Da    jener Hirte sehr experimentierfreudig zu sein schien, zermahlte er die so gerösteten Bohnen und    gab das entstandene Pulver in kochendes Wasser.   Es muss ihm so unendlich gut geschmeckt haben, dass er seine, die Geschmacks- und    Wachheitssinne erfreuende Entdeckung, sofort der ganzen Welt mitteilen wollte. Er musste nur noch    eine passende Bezeichnung finden, um seine Getränkeentdeckung trefflich bekannt machen zu    können. Erfinderisch und gewitzt, wie jener Hirte war, benannte er das Getränk nach dem    Königreich Kaffa, in welchem seine Ziegen grasten.   Der Kaffa wart erfunden; und hätten sich im Laufe der Jahrhunderte nicht diverse    Rechtschreibfehler hinzugesellt, so müsste unser Café nicht Kaffee-Klecks, sondern Kaffa-Klecks    heißen. Das Café Kaffee-Klecks in Markgröningen, frei nach Kaffa, einer äthiopischen Region im    Südwesten des Abessinischen Hochlandes, dem vermeintlichen Ursprungsort des Arabica-Kaffees,    hieße korrekterweise „Kaffa-Klecks“.   Im Laufe der Jahrhunderte gab es dann, zum Schrecken zahlreicher Generationen, um die schulische    Verwirrung zu komplettieren, hunderte unterschiedlichster Schreibweisen. Eine der aktuelleren    Wortkreationen lautet inzwischen sogar schon „coffee to go“.   

Die Österreicher und ihre Kaffeehäuser

  Österreicher waren und sind bekanntlich ziemlich pragmatisch und nennen jene Lokalitäten, in    denen man öffentlich sich dem Genuss des Kaffees hingeben kann „Kaffeehaus“. Sie hatten sich die    Wörter „Kaffee“ und „Haus“  eingeprägt und entschlossen, beim einmal Erlernten zu bleiben. Hieraus    leitete sich in der Folgezeit auch der Begriff Kaffeehausliteratur ab, jenen literarischen Werken,    welchen nachgesagt wird, dass sie hauptsächlich in Wiener Kaffeehäusern entstanden sein sollen.   Interessanterweise gab es die ersten Kaffeehäuser jedoch nicht in Österreich, sondern im damaligen    osmanischen Reich. Um 1650 öffnete dann endlich auch eine Kaffeehausfiliale in Venedig ihre    Pforten, was knapp 30 Jahre später einen Hamburger Geschäftsmann dazu bewog, nachdem er    jenem Kaffeehaus in Venedig einen Besuch abgestattet hatte, eine Filiale in Hamburg zu eröffnen.    Wobei? Ob jener Hamburger zuvor in Venedig war, ist nicht urkundlich beglaubigt. Jedenfalls    eröffnete um 1680 (plus minus ein paar Jahre) das erste Kaffeehaus in Hamburg.   Erst Jahre später, ungefähr fünf bis zehn Jahre nach der Eröffnung des Hamburger Kaffeehauses,    gesellte sich ein Kaffeehaus in Wien zu dem illustren Kreis der damals in Europa noch dünn gesäten    Kaffeehäuser hinzu, die dann aber einen regelrechten Boom erlebten.   

Das Kaffee-Klecks, eines der ältesten Kaffeehäuser der Welt ;-)

  Als das erste Kaffeehaus in Hamburg eröffnete, gab es das Café, das Kaffeehaus, das Kaffee-Klecks    in Markgröningen schon seit weit über 150 Jahren. Zumindest das Kaffee-Klecks-Gebäude stand    bereits seit 1519 an seinem jetzigen Platz in Markgröningen und wartete darauf, dass hier bald    leckerer Kaffeebohnenduft die Räumlichkeiten durchströmen und köstlicher selbstgebackener    Kuchen serviert wird.   Insofern dürfte das Kaffee-Klecks mit zu den ältesten Kaffeehäusern der Welt gehören, wenn man    den Zeitraum von Fertigstellung des Gebäudes bis zur eigentlichen Café-Eröffnung nicht beachtet.    Aber wer wird denn schon so kleinlich sein? ;-)   

Gallizismus

  Während in Deutschland und Österreich sich der Begriff „Kaffeehaus“ eingeprägt hatte, dieser    Begriff auch Einzug in die diversen Rechtschreibfibeln der damaligen Zeit gefunden hatte, wurde es    im 18ten Jahrhundert modern und galt als vornehm, sich zahlreicher Wörter aus der französischen    Sprache zu bedienen.   Es war die Blütezeit des Gallizismus; also das Ersetzen “deutscher” Wörter oder sogar ganzer Sätze,    durch “französische”. Dies führte in Deutschland dazu, nicht so sehr bei den Österreichern, dass die    Bezeichnungen Kaffeehaus peu à peu über den Eingängen der Kaffeehäuser abgeschraubt und    durch „Café“ ersetzt wurden.    

Was meint der Duden?

  Schleppend aber stetig und mit beachtlichem Durchhaltevermögen machten sich die Hüter der    Rechtschreibung daran, ihre Standardwerke zu überarbeiten, so dass inzwischen selbst im Duden    das Wort „Café“ für jenen Ort, an dem man öffentlich den Kaffee genießt, einem entgegenlächelt.   

Markise und Tradition

  Da das Gebäude, in welchem sich das Kaffee-Klecks befindet aus dem 16ten Jahrhundert stammt,    haben wir beschlossen, die damalig gebräuchliche Bezeichnung zu verwenden. Für den Zusatz    „Haus“ ging uns bedauerlicherweise auf der vor dem Kaffee-Klecks angebrachten Markise der Platz    aus, so dass aus Kaffeehaus-Klecks schließlich, im Laufe der Jahrhunderte das „Kaffee-Klecks“    wurde.    

Das Leben genießen

  Um es kurz zu machen: Nach aktueller Rechtschreibung müsste es Café-Klecks heißen. Sie trinken    also Ihren Kaffee nicht im Kaffee, sondern im Café. Dies aber nur, wenn Sie einen Duden zur Hand    haben. Ansonsten trinken Sie Ihren Kaffee ganz unbeschwert in unserem, in Ihrem Kaffee-Klecks    und genießen das Leben.   Schön, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. Vielen lieben Dank für Ihren Besuch.   Herzlichst   Ihr Kaffee-Klecks,      Ihr Kaffeehaus Klecks,    Ihr Café Klecks,         Ihr Café Kaffee-Klecks in Markgröningen    … und sollten Sie irgendwelche Rechtschreibfehler gefunden haben oder aber noch weitere    Schreibweisen und geschichtliche Hintergründe zum Thema „Kaffee“, „Café“, „Cafe“ kennen, so    freuen wir uns sehr, von Ihnen zu hören.